
Kanadas Premierminister Justin Trudeau spricht in Ottawa zu den Medien, nachdem US-Präsident Donald Trump eine Reihe von Zöllen gegen Kanada, Mexiko und China verhängt hat. Der Minister für öffentliche Sicherheit David McGuinty (von links nach rechts), die Ministerin für globale Angelegenheiten Melanie Joly und der Minister für Regierungsangelegenheiten Dominic LeBlanc begleiten den Premier.
Trudeau hat Gegenmassnahmen in gleicher Höhe angekündigt: Kanada werde seinerseits ab Dienstag Zölle in Höhe von 25 Prozent auf US-Waren einführen, sagte Trudeau auf einer Pressekonferenz. Die von Kanada geplanten Zölle seien für US-Waren im Wert von 155 Milliarden US-Dollar geplant. Daneben erwäge die kanadische Regierung Massnahmen in anderen Bereichen, etwa im Handel mit Ressourcen.
In einer emotionalen Rede hob Trudeau die Jahrhunderte dauernden Beziehungen der Nachbarn USA und Kanada hervor. «Wir haben gemeinsam gekämpft, sind gemeinsam gestorben.» Mit diesen Worten erinnerte er an gemeinsame Einsätze kanadischer und amerikanischer Soldaten in diversen Kriegen. «Wir waren immer auf der Seite von euch Amerikanern», sagte er weiter und zeigte sein Unverständnis für die von Trump geplanten Zölle, die ab kommenden Dienstag in Kraft treten sollen.
Auch die mexikanische Präsidentin Claudia Sheinbaum kündigte umgehend Gegenmassnahmen an. Sie habe Wirtschaftsminister Marcelo Ebrard angewiesen, einen Plan umzusetzen, der Gegenzölle in Betracht ziehe, schrieb die Präsidentin auf der Plattform X. Sie reagierte empört auf die Behauptung des Weissen Hauses, ihre Regierung habe sich mit den Drogenkartellen verbündet. Gleichzeitig schlug sie aber US-Präsident Donald Trump eine Arbeitsgruppe zur Zusammenarbeit im Kampf gegen den Drogenhandel vor. «Mexiko will keine Konfrontation. Wir gehen von einer Zusammenarbeit zwischen Nachbarländern aus», sagte Sheinbaum.
Auch China reagierte empört auf die US-Zölle: Die Führung in Peking kündigte entsprechende Gegenmassnahmen an. Zudem werde man eine Klage bei der Welthandelsorganisation (WTO) einreichen, um die Rechte und Interessen Chinas zu schützen, teilte ein Sprecher des chinesischen Handelsministeriums mit.
Nach Angaben von Mitarbeitern des Weissen Hauses wird der US-Präsident wahrscheinlich mit weiteren Zöllen auf Vergeltungsmassnahmen Chinas, Kanadas und Mexikos reagieren. Damit besteht die Gefahr eines Handelskriegs, der für alle beteiligten Länder zu weitreichenden wirtschaftlichen Beeinträchtigungen führen könnte. Trump hat auch Massnahmen gegen die Europäische Union in Aussicht gestellt, über die er zu einem späteren Zeitpunkt entscheiden will.