
Reaktion auf Trumps Abwendung von der Ukraine in London: Demonstranten fordern auf einem Plakat vor dem Westminster-Parlament, dass Grossbritannien sich wieder der EU anschliessen soll. Soweit ist es zwar noch lange nicht. Doch Trumps Brüskierung der von Russland überfallenen Ukraine, die Sistierung der bisherigen Waffenhilfe und seine Annäherungssignale an den Aggressor Putin haben im britischen Königreich eine verstärkte proeuropäische Stimmung stimuliert.
Schon seit längerem breitet sich in der britischen Bevölkerung Ernüchterung und Enttäuschung über die Folgen des Austritts aus der Europäischen Gemeinschaft aus. Laut Umfragen bedauert heute eine Mehrheit der Bürger den im Jahr 2016 durch eine Volksabstimmung gefällten knappen Entscheid.
Seit der abrupten Distanzierung der Trump-Regierung von der um ihre Existenz kämpfenden Ukraine engagiert sich London aber in erster Linie um einen engeren Schulterschluss mit der EU zur Verstärkung der militärischen Verteidigungskapazitäten in Europa. Die Labour-Regierung von Keir Starmer hat dem Parlament eine Vorlage mit deutlich erhöhten Militärausgaben unterbreitet. Ähnliche Pläne sind auch im Rahmen der EU und in einzelnen EU-Mitgliedstaaten wie Deutschland in Vorbereitung. Heute Donnerstag sollen in Brüssel die EU-Staats- und Regierungschefs über diese Pläne und eine intensivierte Hilfe für die Ukraine beraten.