
Die Hamas hat die 20-jährige israelische Soldatin Agam Berger am Donnerstagvormittag freigelassen. Später wurde auch der 80-jährige Gadi Moses und die 29-jährige Arbel Yehoud dem IKRK, dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz, übergeben. Sie alle befinden sich inzwischen in Israel. Freigelassen wurden auch fünf Thai-Geiseln.
Es ist das erste Mal, dass eine männliche Geisel freigelassen wird. Der 80 Jahre alte Deutsch-Israeli Gadi Moses ist der Lebensgefährte von Efrat Katz, die ebenfalls am 7. Oktober 2023 beim Überfall islamistischer Terroristen entführt worden war. Sie war bei einem israelischen Militäreinsatz laut Armeeangaben «höchstwahrscheinlich» versehentlich erschossen worden. Moses’ Ex-Frau Margalit Moses war ebenfalls von den Islamisten entführt worden, wurde aber bereits im November 2023 freigelassen.
Die Familie der freigelassenen Agam Berger veröffentlichte am Donnerstag eine Erklärung: «Gott sei Dank haben wir diesen Moment erreicht, und unser Heldin Agam ist nach 482 Tagen in Feindeshand zu uns zurückgekehrt. Unsere Tochter ist stark, treu und mutig.»
Wie bei den ersten Freilassungen inszeniert die Terrororganisation die Übergabe der Geiseln als Show. So will sie demonstrieren, dass sie noch immer präsent ist und das Sagen hat.
110 Palästinenser werden freigelassen
Im Austausch für die drei israelischen Geiseln wird Israel am Donnerstag 110 palästinensische Gefangene freilassen. Darunter befinden sich Zakaria Zubeidi, ein Anführer der Al-Aqsa-Brigaden der Fatah in Jenin, und Mohammad Abu Warda. Ihnen wurden Terroranschläge zur Last gelegt, bei denen 45 Israeli getötet worden waren.
Von den freigelassenen Gefangenen verbüssen 32 lebenslängliche Haftstrafen, 48 sind zu langen Gefängnisstrafen verurteilt. Etwa 30 von ihnen, die wegen Mordes und Beteiligung an Anschlägen verurteilt wurden, werden aus Israel abgeschoben werden.
Das Abkommen zwischen der Hamas und Israel steht auf wackligem Grund. Beide Seiten werfen der anderen vor, die Vereinbarungen zu verletzen.
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