In diesen Tagen begeht man den 200. Geburtstag eines der Grossen der Musikgeschichte. Richard Wagner wird gefeiert. Nur zu gerne lässt man sich von seiner Musik berauschen: ein Genie, nichts weniger. Ein Genie, leider, das uns einen Stachel ins Fleisch treibt. Wagner war ein notorischer Antisemit. Blättert man in seiner Schmähschrift „Das Judenthum in der Musik“, mit der er sich ein Leben lang gebrüstet hat, kann es einem schlecht werden. Kein Zweifel: Das Genie Wagner ist als Mensch mit derartigen Überzeugungen verachtenswert. Den Zwiespalt, Musik zu geniessen, die ein Verachtenswerter komponiert hat, wird man nicht los. Ein ethisch-ästhetisches, ein unlösbares Problem: weder kann man Wagners Antisemitismus kleinreden oder verzeihen, noch liesse sich beweisen, dass dieser Dreck seine Musik vergiften würde. Wie gehen die Regisseure seiner Opern mit dem Konflikt um? Der eine, Burkhard C. Kosminski in Düsseldorf, macht aus Tannhäuser einen Nazi, der Juden erschiesst. Eine Provokation von seltener Einfältigkeit. Sie hat ein paar Besucher buchstäblich krank gemacht und den Intendanten des Theaters dazu bewogen, die Aufführung abzusetzen. Der andere, Hans Neuenfels, der in Zürich eine Aufführung über das Leben des Komponisten inszeniert, kennt das Dilemma, wenn er in einem Interview von dem „grässlichen Etwas“, vom „verbrecherischen Punkt“ in Wagners Biografie spricht - und dann meint, Wagner mit den Nazis gleichzusetzen sei für ihn „absolut indiskutabel“. (Christoph Kuhn)
TROUVAILLES [83]:
Berichte in angelsächsischen Medien, ausgewählt von Ignaz Staub [83]
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„The Financial Times“: „On holiday in Iraq: A Kurd’s eye view“ by Mike Carter
„The Financial Times“: „Berlin or Bust“ (book reviews) by Tony Barber
„The Financial Times“: „Qatar and the Syrian revolution“ by Roula Khalaf and Abigail Fielding-Smith
„The New York Times Magazine“: „Some of My Best Friends Are Germs“ by Michael Pollan
„The New York Times“: „The Rabbis‘ Campaign“ by Shmuel Rosner
„The New York Times“: „Without Water, Revolution“ by Thomas L. Friedman
„Vanity Fair“: „Oscar Pistorius: The Shooting Star and The Model“ by Mark Seal
„London Review of Books“: „What happended to Haiti?“ by Pooja Bhatia
„London Review of Books“: „How to survive climate change“ by Thomas Jones
„London Review of Books“: „Memorylessness“ by Mike Jay
„The New York Review of Books“: „What is Autism?“ by Jerome Groopman
„The New York Review of Books“: „Sheryl Sandberg: How to Succeed in Business“ by Anne Applebaum
„The New York Review of Books“: „Literary Journalism: A Discussion“
„The Independent“: „Syria has no reason to use chemical weapons“ by Patrick Cockburn
„The Guardian“: „This is not the President Obama we voted for“ by Heather Long





















