In diesen Tagen begeht man den 200. Geburtstag eines der Grossen der Musikgeschichte. Richard Wagner wird gefeiert. Nur zu gerne lässt man sich von seiner Musik berauschen: ein Genie, nichts weniger. Ein Genie, leider, das uns einen Stachel ins Fleisch treibt. Wagner war ein notorischer Antisemit. Blättert man in seiner Schmähschrift „Das Judenthum in der Musik“, mit der er sich ein Leben lang gebrüstet hat, kann es einem schlecht werden. Kein Zweifel: Das Genie Wagner ist als Mensch mit derartigen Überzeugungen verachtenswert. Den Zwiespalt, Musik zu geniessen, die ein Verachtenswerter komponiert hat, wird man nicht los. Ein ethisch-ästhetisches, ein unlösbares Problem: weder kann man Wagners Antisemitismus kleinreden oder verzeihen, noch liesse sich beweisen, dass dieser Dreck seine Musik vergiften würde. Wie gehen die Regisseure seiner Opern mit dem Konflikt um? Der eine, Burkhard C. Kosminski in Düsseldorf, macht aus Tannhäuser einen Nazi, der Juden erschiesst. Eine Provokation von seltener Einfältigkeit. Sie hat ein paar Besucher buchstäblich krank gemacht und den Intendanten des Theaters dazu bewogen, die Aufführung abzusetzen. Der andere, Hans Neuenfels, der in Zürich eine Aufführung über das Leben des Komponisten inszeniert, kennt das Dilemma, wenn er in einem Interview von dem „grässlichen Etwas“, vom „verbrecherischen Punkt“ in Wagners Biografie spricht - und dann meint, Wagner mit den Nazis gleichzusetzen sei für ihn „absolut indiskutabel“. (Christoph Kuhn)
Damals, an einem 24. Juli:
Macchu Pichu entdeckt - Geburt von Ferdi Kübler - "Vive le Québec libre" - Loveparade-Drama
Es geschah an einem 24. Juli
1567: Maria Stuart dankt als schottische Königin ab und flieht nach England.
1572: In Peru nehmen die Spanier den letzten Inka-König Tupac Amaru gefangen.
1783: Geburt von Simon Bolivar, südamerikanischer Freiheitsheld.
1847: Die Mormonen bauen Salt Lake City.
1857: Geburt von Henrik Pontoppidan (Dänemark), Nobelpreisträger für Literatur (verliehen 1917).
1862: Tod von Martin Van Buren, 8. Präsident der USA, Demokrat.
1864: Geburt von Frank Wedekind, deutscher Schriftsteller.
1883: Geburt von Katia Mann, Frau von Thomas.
1911: In Peru wird Macchu Pichu entdeckt.
1919: Geburt von Ferdi Kübler, Schweizer Radrennfahrer, Gewinner der Tour de France im Jahre 1950. Strassenweltmeister 1951.
1938: Geglückte Erstbesteigung der Eigernordwand. Heinrich Harrer und drei weiteren Alpinisten gelingt nach drei Tagen der Durchstieg der berühmten Wand.
1943: Die Alliierten bombardieren Hamburg.
1953: Walter Ulbricht wird Chef der SED.
1960: Tod von Hans Albers, deutscher Schauspieler.
1967: Präsident Charles de Gaulle sagt in Montreal: „Vive le Québec libre“, was zu einer Staatskrise führt.
1969: Ende des ersten bemannten Mondlande-Flugs. Apollo 11 kehrt zur Erde zurück.
1974: Nach dem Kollaps der griechischen Militärdiktatur wird Konstantin Karamanlis als Ministerpräsident vereidigt.
1991: Tod von Isaac Bashevis Singer, polnisch-amerikanischer Nobelpreisträger für Literatur, Preisverleihung 1978.
2010: Loveparade-Drama Duisburg, 21 Tote, Hunderte Verletzte.
2011: In der norwegischen Hauptstadt Oslo findet eine Trauereier für die Opfer der beiden Anschläge in Oslo und Ütöja stattgefunden. 77 Menschen kamen ums Leben.























