In diesen Tagen begeht man den 200. Geburtstag eines der Grossen der Musikgeschichte. Richard Wagner wird gefeiert. Nur zu gerne lässt man sich von seiner Musik berauschen: ein Genie, nichts weniger. Ein Genie, leider, das uns einen Stachel ins Fleisch treibt. Wagner war ein notorischer Antisemit. Blättert man in seiner Schmähschrift „Das Judenthum in der Musik“, mit der er sich ein Leben lang gebrüstet hat, kann es einem schlecht werden. Kein Zweifel: Das Genie Wagner ist als Mensch mit derartigen Überzeugungen verachtenswert. Den Zwiespalt, Musik zu geniessen, die ein Verachtenswerter komponiert hat, wird man nicht los. Ein ethisch-ästhetisches, ein unlösbares Problem: weder kann man Wagners Antisemitismus kleinreden oder verzeihen, noch liesse sich beweisen, dass dieser Dreck seine Musik vergiften würde. Wie gehen die Regisseure seiner Opern mit dem Konflikt um? Der eine, Burkhard C. Kosminski in Düsseldorf, macht aus Tannhäuser einen Nazi, der Juden erschiesst. Eine Provokation von seltener Einfältigkeit. Sie hat ein paar Besucher buchstäblich krank gemacht und den Intendanten des Theaters dazu bewogen, die Aufführung abzusetzen. Der andere, Hans Neuenfels, der in Zürich eine Aufführung über das Leben des Komponisten inszeniert, kennt das Dilemma, wenn er in einem Interview von dem „grässlichen Etwas“, vom „verbrecherischen Punkt“ in Wagners Biografie spricht - und dann meint, Wagner mit den Nazis gleichzusetzen sei für ihn „absolut indiskutabel“. (Christoph Kuhn)
Damals, an einem 22. Juli:
Zionistisches Attentat auf King David Hotel - Falun Gong verboten, Massaker in Norwegen
Es geschah an einem 22. Juli
1099: Der Lothringer Gottfried von Bouillon, Anführer des ersten Kreuzzuges, wird Herrscher von Jerusalem.
1499: Schwabenkrieg/Schweizerkrieg. Die Eidgenossen besiegen in der Schlacht von Dornach den Schwäbischen Bund. 3'000 schwäbische Kämpfer sterben. Es ist die letzte, entscheidende Schlacht im Schwabenkrieg.
1882: Geburt von Edward Hopper, amerikanischer Maler.
1934: John Dillinger, Bankräuber und US-Staatsfeind Nr. 1, wird erschossen.
1942: Die ersten Häftlinge aus dem Warschauer Ghetto treffen in Treblinka ein.
1944: Der IWF und die Weltbank werden gegründet.
1946: Die zionistische Terrororganisation Irgun, die von Menachim Begin geleitet wird, verübt ein Attentat auf das Jerusalemer King David Hotel. 91 Menschen sterben.
1946: Geburt von Mireille Matthieu, französische Sängerin.
1968: Tod von Giovannino Guaresci, italienischer Schriftsteller, Don Camillo und Peppone.
1993: In dem von Serben belagerten Sarajevo schlagen fast 4000 Granaten ein.
1999: In China wird Falun Gong verboten.
2003: Die Söhne von Saddam Hussein, Uday und Qusay, werden in Mossul getötet.
2004: Tod von Sacha Distel, Chansonnier.
2004: Der Schweizer Josef Ackermann wird im Düsseldorfer Mannesmann-Prozess freigesprochen – zusammen mit fünf andern Angeklagten. Ein Jahr später wird der Freispruch aufgehoben. Das Verfahren wird gegen Zahlung eingestellt.
2011: Der 32-jährige Anders Behring Breivik verübt in Oslo und auf der norwegischen Insel Ütoja ein Massaker, bei dem 77 Menschen ums Leben kommen.






















