In diesen Tagen begeht man den 200. Geburtstag eines der Grossen der Musikgeschichte. Richard Wagner wird gefeiert. Nur zu gerne lässt man sich von seiner Musik berauschen: ein Genie, nichts weniger. Ein Genie, leider, das uns einen Stachel ins Fleisch treibt. Wagner war ein notorischer Antisemit. Blättert man in seiner Schmähschrift „Das Judenthum in der Musik“, mit der er sich ein Leben lang gebrüstet hat, kann es einem schlecht werden. Kein Zweifel: Das Genie Wagner ist als Mensch mit derartigen Überzeugungen verachtenswert. Den Zwiespalt, Musik zu geniessen, die ein Verachtenswerter komponiert hat, wird man nicht los. Ein ethisch-ästhetisches, ein unlösbares Problem: weder kann man Wagners Antisemitismus kleinreden oder verzeihen, noch liesse sich beweisen, dass dieser Dreck seine Musik vergiften würde. Wie gehen die Regisseure seiner Opern mit dem Konflikt um? Der eine, Burkhard C. Kosminski in Düsseldorf, macht aus Tannhäuser einen Nazi, der Juden erschiesst. Eine Provokation von seltener Einfältigkeit. Sie hat ein paar Besucher buchstäblich krank gemacht und den Intendanten des Theaters dazu bewogen, die Aufführung abzusetzen. Der andere, Hans Neuenfels, der in Zürich eine Aufführung über das Leben des Komponisten inszeniert, kennt das Dilemma, wenn er in einem Interview von dem „grässlichen Etwas“, vom „verbrecherischen Punkt“ in Wagners Biografie spricht - und dann meint, Wagner mit den Nazis gleichzusetzen sei für ihn „absolut indiskutabel“. (Christoph Kuhn)
Damals, an einem 19. August:
Geburt von Bill Clinton - Putsch gegen Michail Gorbatschow - Demonstrationen in Myanmar
Es geschah an einem 19. August
14: Tod von Augustus, römischer Kaiser.
1561: Die 18jährige Maria Stuart wird Königin von Schottland.
1798: Untergang der Alten Eidgenossenschaft. Die von Frankreich initiierte "Helvetische Republik" unterzeichnet mit Frankreich einen Allianzvertrag.
1844: Der Kanton Aargau stellt an der Tagsatzung den Antrag, die Jesuiten aus der Schweiz auszuweisen. Der Antrag wird abgelehnt.
1878: Österreichische Truppen erobern Sarajevo.
1936: Spanische Faschisten erschiessen den Dichter Federico Garcia Lorca (siehe Artikel).
1946: Geburt von Bill Clinton.
1953: In Iran wird Ministerpräsident Mohammed Mossadegh gestürzt. Schah Reza Pahlavi kehrt zurück.
1953: Geburt von Nanni Moretti, italienischer Regisseur.
1977: Tod von Groucho Marx, amerikanischer Komiker.
1986: Die Schweizer Fussballnationalmannschaft bezwingt in Lausanne Frankreich mit 2 : 0.
1991: In Moskau putschen konvesvative Kommunisten gegen Michail Gorbatschow und erklären ihn für abgesetzt. Zwei Tage später ist der Putsch gescheitert.
2003: Bombenanschlag auf UNO-Hauptquartier in Bagdad. 22 Menschen sterben, unter ihnen der UNO-Sondergesandte, der Brasilianer Sergio Vieira de Mello.
2007: In Myanmar/Burma beginnen Demonstrationen von Mönchen und Nonnen.
2009: Im UBS-Steuerstreit verplichtet sich die Schweiz, in 4450 Fällen Amtshilfe zu leisten und Bankdaten an die US-Steuerbehörden auszuliefern.
2010: Schwere Überschwemmungen fordern in Pakistan mehr als 2'000 Tote. Krankheiten brechen aus.
2011: Ein heftiger Gewittersturm fegt in Belgien über ein Festivalgelänge. Fünf Menschen sterben, zehn werden schwer verletzt.
2012: Wikileaks-Gründer Julien Assange fordert vom Balkon der ecuadorianischen Botschaft in London "ein Ende der Hexenjagd gegen Wikileaks". Ecuador gewährte Assange Asyl, doch Grossbritannien lässt ihn nicht ausreisen.






















