In diesen Tagen begeht man den 200. Geburtstag eines der Grossen der Musikgeschichte. Richard Wagner wird gefeiert. Nur zu gerne lässt man sich von seiner Musik berauschen: ein Genie, nichts weniger. Ein Genie, leider, das uns einen Stachel ins Fleisch treibt. Wagner war ein notorischer Antisemit. Blättert man in seiner Schmähschrift „Das Judenthum in der Musik“, mit der er sich ein Leben lang gebrüstet hat, kann es einem schlecht werden. Kein Zweifel: Das Genie Wagner ist als Mensch mit derartigen Überzeugungen verachtenswert. Den Zwiespalt, Musik zu geniessen, die ein Verachtenswerter komponiert hat, wird man nicht los. Ein ethisch-ästhetisches, ein unlösbares Problem: weder kann man Wagners Antisemitismus kleinreden oder verzeihen, noch liesse sich beweisen, dass dieser Dreck seine Musik vergiften würde. Wie gehen die Regisseure seiner Opern mit dem Konflikt um? Der eine, Burkhard C. Kosminski in Düsseldorf, macht aus Tannhäuser einen Nazi, der Juden erschiesst. Eine Provokation von seltener Einfältigkeit. Sie hat ein paar Besucher buchstäblich krank gemacht und den Intendanten des Theaters dazu bewogen, die Aufführung abzusetzen. Der andere, Hans Neuenfels, der in Zürich eine Aufführung über das Leben des Komponisten inszeniert, kennt das Dilemma, wenn er in einem Interview von dem „grässlichen Etwas“, vom „verbrecherischen Punkt“ in Wagners Biografie spricht - und dann meint, Wagner mit den Nazis gleichzusetzen sei für ihn „absolut indiskutabel“. (Christoph Kuhn)
Damals, an einem 18. Juni:
Waterloo - de Gaulle bildet in London Exilregierung - CIA-Putsch in Guatemala usw.
Es geschah an einem 18. Juni
1155: Barbarossa (Friedrich I.) wird in Rom zum römisch-deutschen Kaiser gekrönt.
1452: Papst Niklaus V. spricht sich für die Sklaverei aus.
1812: Die USA erklären Grossbritannien den Krieg.
1815: Waterloo. Niederlage von Napoléon.
1857: Geburt von Arthur Hoffmann, Schweizer Bundesrat von 1911 - 1917 (St. Gallen/FDP).
1920: Geburt von Roman Brodmann, Schweizer Journalist.
1929: Geburt von Jürgen Habermas, deutscher Philosoph.
1936: Tod von Maxim Gorki, russischer Schriftsteller.
1940: General Charles de Gaulle bildet in London eine Exilregierung und ruft zum Widerstand gegen die Deutschen auf.
1942: Geburt von Paul McCartney, Beatle.
1953: Ägypten wird Republik.
1954: Der CIA stürzt den gewählten guatemaltekischen Präsidenten Jacobo Arbenz Guzman (der ursprünglich aus Andelfingen stammt).
1973: Der sowjetische Parteichef Leonid Breschnew trifft erstmals zu einem Besuch in den USA ein. Er unterzeichnet mit Richard Nixon ein Abkommen zur Verhinderungen atomarer Schläge.
1979: In Wien unterzeichnen Leonid Breschnew und Jimmy Carter die Salt II-Verträge.
1989: Burma nennt sich Myanmar. Rangun heisst Yangon.
2010: Tod von José Saramago, portugiesischer Literaturnobelpreisträger, Preisverleihung 1998.
2011: Die russische Bürgerrechtlerin und frühere sowjetische Dissidentin Jelena Bonner stirbt im Alter von 88 Jahren in den USA.
2012: Oberhalb der verschütteten Gotthard-Strecke bei Gurtnellen werden 2'000 Kubikmeter Fels gesprengt.






















